Geschichte

Aus dem Elbtal heraus bis nach Sebnitz steigt die Strecke rund 200 Höhenmeter, führt durch sieben Tunnel und überquert 28 mal das sich windende Flüsschen Sebnitz. Die Sächsisch-Böhmische Semmeringbahn ist ein Teilstück des „Sächsische-Schweiz-Ringes“, der von Pirna über Neustadt, Sebnitz nach Bad Schandau führt.

Die Fakten

1872 erste Pläne über den Bahnverlauf
1874 – 77 Bau der Strecke 1. Juli 1874 Baubeginn
1877 Inbetriebnahme der Strecke: 20. Juni 1877 offizielle Einweihung,
1. Juli 1877 erster planmäßiger Zug
1904/05 Erweiterung des Bahnhofes Sebnitz zum Grenzbahnhof – Bau der Strecke nach Niedereinsiedel
1945

mit dem Ende des zweiten Weltkrieges kam der Zugverkehr durch Sprengung mehrerer Brücken zum Erliegen

70er/80er Jahre 

Rekonstruktion der 7 Tunnel; Erneuerung von Brücken

1986 – 91

Neubau der Elbbrücke Bad Schandau und Rekonstruktion der beiden Sebnitzer Viadukte

1995

Einstellung des Güterverkehrs auf der Strecke zum 1. Januar 1995

Die Sächsisch-Böhmische-Semmeringbahn gestern und heute

Schon in den Jahren vor 1870 entstanden erste Projekte, eine Bahnstrecke von Bautzen zur Sächsisch-Böhmischen Staatseisenbahn im Elbtal zu bauen. Im Jahr 1870 wurde vom Sächsischen Landtag die Konzession zum Bau erteilt. Nach dem ursprünglichen Plan sollte die Strecke von Bautzen aus durch das Spreetal das böhmische Schluckenau (heute Šluknov) erreichen und dann direkt durch das Sebnitztal nach Bad Schandau führen. Österreich hatte jedoch schon zu diesem Zeitpunkt die Konzession für die Strecken Schluckenau–Sebnitz und Schluckenau–Bautzen an die Böhmische Nordbahn vergeben. Die Böhmische Nordbahn hatte jedoch kein Interesse an einer durchgehenden Verbindung vom Elbtal in die Oberlausitz, da eine solche Linie in direkter Konkurrenz zu den eigenen Bahnstrecken gestanden hätte.

Angesichts dieser Situation ließ die Sächsische Staatsregierung prüfen, ob eine Streckenführung unter Umgehung österreichischen Staatsgebietes technisch möglich wäre. Bislang galt eine Streckenführung wegen der ungünstigen Topografie zwischen Neustadt und Sebnitz als nicht ausführbar. Projektiert wurde schließlich eine Trasse, die von Neustadt kommend den Bergrücken des Unger bei Krumhermsdorf überquert und dann in starkem Gefälle am Abhang des Ungerberges talwärts nach Sebnitz führt.

Der Bau der Strecke begann im Jahre 1874 und kostete bis zur Einweihung 1877 9,8 Mio Reichsmark, wovon allein 1 Mio. auf die Elbbrücke bei Bad Schandau entfielen. Durchschnittlich waren in der Bauphase 850 Menschen an der Strecke beschäftigt, darunter viele italienische Fachleute, die hier ihre Erfahrungen aus dem Straßen- und Bahnbau in Alpen und Apenninen anwendeten. Heute in dieser Gegend vorhandene italienische Familiennamen gehen auf diese Zeit zurück. In Sebnitz mussten wegen der Hanglage der Strecke zwei Gewölbeviadukte errichtet werden. Der Sebnitzer Stadtviadukt war damals der erste Viadukt in Deutschland, welcher im Bogen und einer Steigung erbaut wurde. Bei der Rekonstruktion der Strecke Anfang der 1980er Jahre wurde diese Steingewölbebrücke abgetragen und durch eine Betonbrücke ersetzt.

Erst im Jahre 1905 errichtete die Böhmische Nordbahn die Strecke (Schluckenau)–Nixdorf–Sebnitz, die zweite konzessionierte Linie von Schluckenau nach Bautzen wurde nie mehr gebaut. Mit der veränderten politischen Situation nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der grenzüberschreitende Verkehr 1945 eingestellt. Bis auf wenige Meter direkt an der Staatsgrenze wurde das Gleis jedoch nicht abgebaut. Der Verkehrsverbund Oberelbe plant derzeit das grenzüberschreitende Gleis bis Ende 2007 wieder aufzubauen und mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2007 wieder in Betrieb zu nehmen.

Im Jahre 2004 wurde der durchgehende Reisezugverkehr zwischen Bautzen und Neustadt/Sa. eingestellt. Für Bedarfsgüterzüge und Umleitungsverkehre wird die Strecke jedoch nach wie vor betriebsfähig vorgehalten.

 

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